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 Samstag / 08.06 / 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr / Exkursion

Lebensraum“Misse“ im Schwarzwald

Flora und Fauna auf staunassen Waldböden

Dr. Gerrit Müller, Diplom-Forstwirt, Friedenweiler

Treffpunkt : Eisenbach, Gasthaus Bären (Blessinghof), Felsentalstraße 2

Fahrgemeinschaft 13:30 ab Donaueschingen, Christuskirche 

Die scheinbar endlosen Wälder auf der Ostabdachung des Schwarzwalds zwischen Löffingen und St. Georgen blieben aus klimatischen und bodenkundlichen Gründen im Mittelalter vor der Umwandlung in Wiesen oder gar Ackerland verschont. Auf den meist nur schwach geneigten Lagen des Buntsandsteins konnten die reichlichen Niederschläge auf großen Flächen nicht oder nur langsam abfließen. Hier bildeten sich unter dem Einfluss des Stauwassers Bodentypen, die vom Fachmann als Pseudo - und Stagnogley bezeichnet werden und ursprünglich nur schwachwüchsigen lichten Nadelwald mit hohem Kiefernanteil trugen. Diese Begriffe wie auch alle sonstigen nachfolgenden sollen bei der Exkursion erläutert werden. Bei ganzjährig anhaltender Vernässung heißen die dann besonders dünn bestockten Flächen "Möser" (Einzahl "Moos", sprachgeschichtlich identisch mit "Moor"), die aber für den Botaniker  etwas deutlich Anderes sind als die noch nässeren, nährstoffärmeren und infolgedessen gänzlich waldfreien Hoch-oder Niedermoore insbesondere des Hochschwarzwalds.

Auf der etwa 200 m tiefer gelegenen, ansonsten aber standörtlich ähnlichen Ostabdachung des Nordschwarzwalds werden die "Möser" als "Missen "bezeichnet. Die vor mehr als 50 Jahren bereits landesweit durchgeführte Forstliche Standortskartierung hat diesen Begrif auch für den übrigen Schwarzwald übernommen, wo er sich zumindest in der wissenschaftlichen Literatur rasch eingebürgert hat. Missen zeichnen sich bei den Gefäßpflanzen durch eine ausgesprochene Artenarmut aus. Doch reichern sich hier die am wenigsten an hohe pH- Werte und Nährtstoffversorgung gewöhnten Pflanzen an und bilden die Grundlage für einen einmaligen Lebensraum mit einer Vielzahl von Besonderheiten wie z.B. den Auerhühnern. Umfangreiche systematische Entwässerzungsmaßnahmen führten seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem deutlichen Rückgang der Misse-Flächen, derzeit dürften sie nicht mehr als ca. 10 % der ursprünglichen Fläche einnehmen.

Am Beispiel des Bubenbacher Mooses wird bei der Exkursion die Entwicklung eine besonders gut erhaltene Misseflächen gezeigt werden. Auch wenn die Wege mit Rücksichtsnahme auf die Aufzuchtzeit des Auerwilds nur ausnahmsweise verlassen werden, enpfiehlt sich hohes und möglichst wasserundurchlässiges Schuhwerk. Die übrige Kleidung ist der Witterung anzupasen. Hunde müssen an der Leine bleiben. Die leichte Wanderung dauert je nach Witterung 2-3 Stunden, mit  Unterbrechungen zum Erklären bzw. Ausruhen. Nach der Exkursion besteht für Interessierte die Möglichkeit, im "Bären Blessinghof" bei einem Getränk oder mit einem Vesper zusammen zu setzen und dabei auch das Erlebte weiter zu vertiefen.

 

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