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        Wolterdinger Brücke wird Exkursionsziel 

Samstag / 23.02. / 14:00 Uhr bis 17 Uhr / Besichtigung

Ein bauhistorisches Unikat
Die erste Stahlbetonbrücke Badens in Wolterdingen-
Geschichte und Konstruktion


Clemens Joos, Kreisarchivar, Villingen-Schwenningen
Lukas Gäbele, Architekt, Donaueschingen

Treffpunkt : Vereinshaus (Schwimmbadsaal), Kirchbühlstraße 13, in Wolterdingen
Fahrgemeinschaft : 13:30 Uhr ab Donaueschingen Christuskirche 

 Foto : Thomas Kring

Die Ankündigung, dass die historische Bregbrücke in Wolterdingen abgerissen werden soll, hat die Gemüter in der Region in den vergangenen Monaten sehr bewegt. Der Baarverein nimmt das zum Anlass, jenseits der Diskussion um die Zukunft der Brücke den Blick auf ihre Vergangenheit zu richten. Denn die 1911-1912 erbaute Brücke ist ein frühes Zeugnis des Eisenbetonbaus in unserer Region und stellte in ihrer Zeit eine sehr fortschrittliche Ingenieurleistung dar. In zwei Vorträgen wird zunächst Kreisarchivar Clemens Joos die Baugeschichte der Brücke nachzeichnen und anschließend Architekt Lukas Gäbele ihre Konstruktion und Statik analysieren. Bei einer gemeinsamen Besichtigung der Brücke werden die Details am Objekt selbst erläutert.
Die Vorträge beginnen um 14.00 Uhr im Vereinshaus („Schwimmbadsaal“) in Donaueschingen-Wolterdingen, Kirchbühlstraße 13. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.



Lageplan / Wegbeschreibung


 

Großes Interesse an Geschichte der Bregbrücke

 Der Baarverein hatte eingeladen und viele kamen: Bei schönstem Wetter füllte die Veranstaltung zur Geschichte der Wolterdinger Bregbrücke am vergangenen Samstag den Vereinssaal bis auf den letzten Platz.

In den beiden Nachmittagsvorträgen ging zunächst Kreisarchivar Clemens Joos der Frage nach: Wie kam diese ungewöhnliche Brücke 1912/13 nach Wolterdingen? Seine Antwort war ebenso einfach wie verblüffend: Weil die Gemeinde Wolterdingen sie sich leisten konnte und leisten wollte. Denn die Baukosten in Höhe von rund 98.000 Reichsmark trug die kleine Gemeinde alleine, und ihr Bürgermeister hatte zuvor noch teure Extras wie die Pflasterung mit Basalt gewünscht. Den passenden Partner für den Bau fand er in der Freiburger Firma Brenzinger & Cie., die sich auf die noch junge Technik des Eisenbetonbaus spezialisiert hatte. Für die sehr schwierige Geländesituation in Wolterdingen fanden die Konstrukteure von Brenzinger eine höchst innovative Lösung: Eine auf Gelenken aufgelagerte Auslegerbrücke, die den Druck in die Böschungen ableitete und zusätzlich Gegengewichte erhielt. Eine passgenaue architektonische Hülle verkleidete diese Konstruktion und gab der Brücke ihr bis heute sehr repräsentatives Aussehen. „Die Brücke stellt eine perfekte Einheit von Form und Funktion, von innovativer Technik und dem Willen zur ästhetischen äußeren Gestaltung dar“, so Joos. Die Gemeinde setzte damit ein Ausrufezeichen gegenüber den Nachbargemeinden, deren Bewohner die Brücke passierten, und vor allem gegenüber der benachbarten Residenzstadt Donaueschingen.

Architekt Lukas Gäbele erläuterte anschließend in prägnanter Weise die technische Seite des Brückenbaus: „Stein liebt Druck, und hasst Zug“ und: „Wie in einer guten Ehe ergänzen sich beim Eisenbeton die Eigenschaften der beiden Partner und sind zusammen mehr als jeder einzelne alleine: Das Eisen bringt die Zugfestigkeit mit ein, der Kunststein die Druckfestigkeit.“ Obwohl die Eisenbetontechnik erst wenige Jahrzehnte alt war, seien diese Eigenschaften bei der Wolterdinger Brücke hervorragend eingesetzt worden: „Die Wolterdinger Brücke ist ein technisches Meisterwerk und heute ein Unikat.“ Selbstverständlich müsse jedes Bauwerk, das den Einflüssen von Wind und Wetter ausgesetzt ist, laufend unterhalten werden. Im Sichtbereich könne er aber keine Beschädigungen feststellen, die einen Abriss rechtfertigen würden. Gäbele appellierte deshalb, den Zustand der Brücke noch einmal sehr sorgfältig zu prüfen.

In der anschließenden Diskussion und beim Besuch der Brücke stellte sich unter den Teilnehmern Nachdenklichkeit ein. Und auch Joos hatte seinen Vortrag mit einem nachdenklichen persönlichen Nachwort geschlossen: „Nach der Beschäftigung mit der Baugeschichte muss ich sagen: Die Bregbrücke ist ein herausragendes technisches Bauwerk, ein ortbildprägendes Wahrzeichen und echtes Alleinstellungsmerkmal von Wolterdingen. Deswegen möchte ich mir Wolterdingen ohne seine historische Bregbrücke nicht vorstellen.“


Harald Ketterer

 

 

Kreisarchivar Clemens Joos und Architekt Lukas Gäbele

 

 

Ortsbesichtigung  -  Besuch der Brücke

 

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Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar Donaueschingen e.V.  | info@baarverein.de