Aufstieg und Niedergang
Die Beamtenkarriere des FF-Obervogts Franz Xaver Battie
zu Zeiten der französichen Revolution
Dr. Thomas Gilgert, Nürnberg
Ort: Donaueschingen, Landratsamt, Humboldtstraße 11
Die Jahre um 1800 waren eine Zeit tiefgreifender politischer Umbrüche. Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches zerbrach nicht nur ein jahrhundertealtes Ordnungssystem, sondern auch das Weltbild vieler Menschen. Auch der deutsche Südwesten blieb von den Erschütterungen der Französischen Revolution und den folgenden Kriegen nicht verschont.
Inmitten dieser dramatischen Epoche begegnen wir einer außergewöhnlichen Persönlichkeit: Franz Xaver Battie (1745–1821), geboren in Haslach im Kinzigtal, diente seit 1772 den Fürsten zu Fürstenberg und wurde 1794 schließlich Obervogt in Stühlingen. Doch Battie war weit mehr als ein langweiliger Verwaltungsbeamter – sein Leben liest sich wie ein historischer Roman voller Konflikte, Intrigen und politischer Spannungen.
Er prozessierte gegen seinen eigenen Landesherrn, gegen Kollegen und die eigene Familie, geriet in den Strudel der großen Weltpolitik, wurde öffentlich angegriffen und als Jakobiner verunglimpft. Im Zuge des Franzoseneinfalls 1798 floh er schließlich Hals über Kopf von seinem Amtsposten. Unter zunehmendem Verfolgungswahn leidend, gelang es ihm nie mehr, wirklich Fuß zu fassen – Festungshaft auf dem Wildenstein und das Pforzheimer Irrenhaus sind weitere Stationen eines bewegten Lebens.
Der Vortrag zeichnet Batties Aufstieg und Fall nach und bietet zugleich einen spannenden Einblick in die lokalen und überregionalen politischen Verhältnisse im deutschen Südwesten um 1800. Dabei wird auch der Mikrokosmos der Stühlinger und Donaueschinger Lokalpolitik lebendig – eine Welt zwischen Fürstenmacht, Amtsstuben und revolutionären Ideen. |
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