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Neue, falsche & wenig bekannte Vulkane im Hegau
Aktuelle Forschungen zur Entstehung der Höwenegg-Vulkangruppe
Armin Scherzinger, Immendingen-Hattingen
In Kooperation mit dem Fürstenberg-Gymnasium, Projekt „CampusFG“
Ort: Donaueschingen, Fürstenberg-Gymnasium, Humboldtstraße 1
Armin Scherzinger berichtet in seinem abwechslungsreichen und reichlich illustrierten Vortrag zur Höwenegg-Vulkangruppe und den Höwenegg-Schichten, einer international bekannten Fossilfundstelle bei Immendingen über eigene, aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen. Lange Zeit sah es so aus, als wenn nach mehr als 100 Jahren Forschung bereits fast alles zur Geologie und Paläontologie des Höwenegg bekannt sei. Die seit Ende des 19. Jahrhunderts beim Abbau von „Basalt“ entstandenen Aufschlüsse und ab 1950 durchgeführten Untersuchungen in den Höwenegg-Schichten haben seitdem in der Fachwelt weltweit für Aufsehen gesorgt.
In den Jahren 2023 und 2024 ergaben sich bei der Erschließung des Gewerbegebiets „Donau-Hegau II“ bei Immendingen und weiteren, kurzzeitig zugänglichen Aufschlüssen im Umfeld der Höwenegg-Vulkangruppe für den Referenten einzigartige Einblicke in deren Beschaffenheit und Entstehung. Hierbei konnte der Hardt-Vulkan und sein Umfeld erstmals genauer untersucht und neue wissenschaftliche Ausgrabungen durchgeführt werden. Es zeigte sich, dass die räumliche Verbreitung von vulkanischen Ablagerungen und daraus bei Starkregen hervorgegangene Sedimentströme, die in Wechselbeziehung zu den in einem See abgelagerten Höwenegg-Schichten stehen, mit einem Areal von bis zu 20 Quadratkilometern deutlich größer ist als bislang angenommen. Ein südlich des Höwenegg angenommener Vulkankrater von 1 km Durchmesser und weitere, angebliche Tuffschlote haben sich als falsch erwiesen. Nordwestlich des Höwenegg konnte ein neuer Vulkan nachgewiesen werden. Die Untersuchungen haben auch gezeigt, dass das bislang mit ca. 10,3 Mio. Jahren angenommene Alter der Fossillagerstätte Höwenegg nichtzutreffend ist und neu überdacht werden muss. Insgesamt muss das gesamte Umfeld der Höwenegg-Vulkangruppe als ein hochdynamisches, sehr komplexes System verstanden werden, das durch kurzzeitige Ereignisse immer wieder dramatischen ökologischen Veränderungen unterworfen war.